Einmal im Jahr öffnen die Künstler auf Haus Stapel Tor und Tür. Der Kunstinteressierte kann sich moderne Kunst direkt im Atelier ansehen und mit den Künstlern sprechen. 2011 nun schon zum zehnten Mal. „Sense X“.
Auch ich war da, genoss die Kunst, aber auch – einmal wieder – die märchenhafte Atmosphäre des imposanten Wasserschlosses Haus Stapel. Der Hauch der Geschichte liegt in der Luft erst recht an diesem grauen Herbsttage. Hier einige Impressionen:
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Es wunderte kaum, wenn im gleichen Moment die Kutsche Annettes über die Torbrücke zu einen Besuch auf ein Tässchen Tee angerumpelt käme. Die Zeit scheint stehen geblieben. Mir fällt dazu ein wunderbares Gedicht von Erich Jansen ein. Eine Kutschfahrt von Haus Rüschhaus nach Haus Stapel?
Annettes Kutsche auf Rüschhaus
Annette -von Droste-Hülsboff 1797-1848
Wie graue Seide, Rosenrauch,
die Kutsche innen mit der hohen Lehne.
Die Polster träumen noch.
Nicht einer hat davon geschrieben:
wenn sich das Fräulein rückwärts lehnte,
und von Resedenbackwerk
träumte,
gleich einer Puppe, die im Waggehäuse
den Sommernachmittag versäumt.
Im Rüschhaus waren dann die Bilder traurig,
im Garten wurden kaum die Bohnen reif,
und Jenny rief:
das aufgesparte Essen wird verderben.
Noch steht lebendig da die Kutsche
und wartet
wie ein abgedienter Gaul
hart unterhalb Annettes Kammer,
ob sich nicht doch
noch einmal
oben in der Wand
das kleine Fenster öffnet:
»Jetzt, stummer Wagen
fahren wir!«
sprach der Sonnengott von draußen
auf der Tenne.
»Die Damen sind doch abgereist;
auch Jenny,
schon vor hundert Jahren!«